Alter Mann Grippe

Influenza-Task-Force: Winterzeit ist Grippezeit

In jedem Fall ist auch in den nächsten Wochen mit vermehrten Influenza-Erkrankungen zu rechnen, die vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen auch zu schweren Verläufen führen können. Zu den sogenannten Risikogruppen – also Menschen, die besonders hohes Risiko haben, zu erkranken oder schwere Verläufe durchzumachen – zählen Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke oder Mitarbeiter sowie Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen.

Um die Möglichkeit zu erkranken möglichst gering zu halten, sollen rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Hygienemaßnahmen, wie wir sie durch die Pandemie bereits kennen, senken die Wahrscheinlichkeit, an Influenza zu erkranken. Dazu zählen Abstand halten und regelmäßiges Händewaschen. Die wirksamste vorbeugende Maßnahme ist nach wie vor die Influenzaschutzimpfung. „Dazu wäre eine hohe Durchimpfungsrate bei Kindern und Risikogruppen wünschenswert“, sind sich die Vertreter der „Influenza-Task-Force Österreich“ einig. Dahinter stehen Ärzte aus 14 medizinischen Fachgesellschaften, die ein Bündel an Maßnahmen empfehlen. Dazu zählt unter anderem der Ausbau von flächendeckenden Impfmöglichkeiten für die Allgemeinbevölkerung, speziell aber für Risikogruppen und deren Angehörige. Weiters fordern die Mediziner eine kostenfreie Influenza-Schutzimpfung für alle Personen, in jedem Fall aber altersunabhängig für alle Risikogruppen. Die intensive Aufklärung der Bevölkerung über die Bedeutung der Grippeimpfung sowie die Erfassung und Veröffentlichung der Influenza-Infektionszahlen wären nach Ansicht der Experten ebenfalls wünschenswer

Die Experten der „Influenza-Task-Force Österreich“ gehen davon aus, dass in der letzten Influenza-Saison 2019/2020 deutlich weniger Menschen an Influenza erkrankten und verstarben als in den Vorjahren.

Grippe ist nicht meldepflichtig

Anders als bei eine Coronainfektion gibt es keine Daten darüber, wie viele Menschen jährlich auf Grund einer „echten Grippe“ – der Influenza – auf Normal- oder Intensivstationen eingeliefert werden müssen. Der Grund ist einfach: Eine Grippe ist keine meldepflichtige Erkrankung. Die Experten der „Influenza-Task-Force Österreich“ gehen davon aus, dass in der letzten Influenza-Saison 2019/2020 deutlich weniger Menschen an Influenza erkrankten und verstarben als in den Vorjahren. Der Grund könnten die ab März 2020 strikt umgesetzten Hygienemaßnahmen und Beschränkungen der sozialen Kontakte und damit der Ansteckungsgefahr gewesen sein. Auch für die kommende Influenza-Saison wird dieser Effekt zu beobachten sein, aber nicht im selben Umfang.

Im Gegensatz zur SARS-CoV-2-Infektion spielen Kinder unter 14 Jahren bei der Verbreitung der Influenza eine zentrale Rolle. Da versucht wird, die direkte Kinderbetreuung Kindergärten und Schulen trotz fortdauernder COVID-19-Pandemie soweit wie möglich aufrechtzuerhalten, sind Influenza-Infektionen bei Kindern und Übertragungen auf Jugendliche und ältere Menschen zu erwarten. Auch Influenza-Patienten mit schwerem Verlauf müssen im Krankenhaus isoliert werden und führen zu weiteren Belastungen des Gesundheitswesens.

Empfehlungen der Influenza-Task-Force

Um die Influenza-Epidemie in Österreich heuer und auch in den kommenden Jahren möglichst klein zu halten, muss das österreichische Gesundheitssystem dringlich weiterführende Anpassungen im Bereich Influenza-Impfstofffinanzierung, -implementierung und letztendlich auch in der impfmedizinischen Ausbildung von Medizinern und Pflegekräften ins Auge fassen. 

 

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